EINLADUNG DES PRÄSIDENTEN
Unsere Worte an Sie
SEHR GEEHRTE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, LIEBE MITGLIEDER DER OeGHO, DER AHOP, DER AAHP UND DER OPG, GESCHÄTZTE PARTNERINNEN UND PARTNER DER PATIENT*INNENVERSORGUNG, LIEBE STUDIERENDE & GÄSTE!
wir freuen uns sehr, Sie im Namen der Österreichischen Gesellschaft für Hämato-logie und Onkologie zur Frühjahrstagung 2027 in Wien begrüßen zu dürfen.
Das diesjährige Motto „Zwischen Licht und Schatten – Faszination trifft Grenzen der innovativen Krebstherapien“ wird durch ein Ölbild aus den Zillertaler Bergen symbolisiert. Die untergehende Sonne lässt die herbstlichen Berge in einem wunderbaren abendlichen Orange erstrahlen. Gleichzeitig sehen wir, wie die aufsteigenden Schatten immer stärker die Szene dominieren.
Als Behandler*innen bringen wir unsere hohe Expertise in der medikamentösen Therapie in einem multiprofessionellen Therapiekonzept ein. In den letzten drei Jahrzehnten wurden weit über 500 Krebsmedikamente entwickelt. In der Europäischen Union gibt es derzeit rund 200 zentral zugelassene innovative Wirkstoffe zur gezielten Behandlung von Krebserkrankungen. Jedes Jahr kommen ca. 10-15 komplett neue Wirkstoffe in der Onkologie dazu. Über 30 Indikationserweiterungen werden darüber hinaus jährlich genehmigt. Es gibt mehr als 40 immunonkologische Wirkstoffe und weltweit befinden sich gut 3.000 immunonkologische Wirkstoffkandidaten in verschiedenen Phasen der klinischen Entwicklung.
Dieser Schub an Innovationen trifft auf eine Patient*innenkohorte, die immer älter wird, häufig Komorbiditäten mitbringt und in der Folge eine Vielzahl von begleitenden Medikamenten braucht. Wir wissen, dass sich in dieser Konstellation die Komplexität der medikamentösen Therapie potenziert. Stimmt die Indikation unter Beachtung der Kontraindikationen? Passt die Dosierung unter Beachtung der Genetik und des Metabolismus? Erkennen wir die Nebenwirkungen schnell genug, um die Sicherheit zu gewährleisten? Haben wir die Einflussfaktoren im Rahmen der Polypharmazie im Sinne der Wechselwirkungen beachtet? Wie gelingt es uns allen, dass wir den intendierten Nutzen innovativer Medikamente durch ein kluges Arzneimittelmanagement bei unseren Patient*innen umsetzen können? Wie kann uns künstliche Intelligenz dabei helfen und wie können wir durch eine intensivierte Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen diese Herausforderungen im Routinebetrieb leisten?
Wir laden Sie herzlich ein, anregende Diskussionen zu führen, neue Impulse aufzunehmen und Ihre Erfahrungen zu teilen. Nutzen wir diese Tage in Wien, um die große Verantwortung der medikamentösen Therapie für unsere onkologischen Patient*innen sichtbar zu machen.
Mit herzlichen Grüßen,
Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hilbe
OeGHO-Tagungspräsident

Wolfgang Hilbe
OeGHO-Tagungspräsident
SEHR GEEHRTE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN, GESCHÄTZTE MITGLIEDER DER OeGHO, DER AHOP, DER OPG UND DER AAHP, LIEBE STUDIERENDE & GÄSTE!
Unser diesjähriges Programm steht für das, was unsere Arbeit in der hämatologischen und onkologischen Pflege auszeichnet: fachliche Kompetenz, interprofessionelle Zusammenarbeit und den Blick auf den Menschen in seiner ganz individuellen Lebenssituation. Gerade in einer Zeit, in der medizinische Möglichkeiten, therapeutische Optionen und technologische Entwicklungen rasant voranschreiten, wird es immer wichtiger, Wissen in gute und menschliche Versorgung zu übersetzen.
Ein besonderes Beispiel dafür ist die Sitzung „Sektorenübergreifende Betreuung von multimorbiden Patient*innen in der Onkologie“ am Donnerstag. Sie macht deutlich, dass gute Versorgung nicht an den Grenzen einzelner Einrichtungen oder Berufsgruppen enden darf. Wenn Situationen komplexer werden und unterschiedliche Versorgungsbereiche ineinandergreifen, braucht es neue Formen der Zusammenarbeit, klare Kommunikation und vor allem ein gemeinsames Verständnis dafür, was Patient*innen und ihre Angehörigen tatsächlich brauchen.
Mit „Präzision trifft Praxis – vom molekularen Befund zur Therapie“ greift die Tagung am Freitag zugleich eine Entwicklung auf, die unsere tägliche Arbeit zunehmend prägt. Moderne Diagnostik und innovative Therapien eröffnen neue Möglichkeiten – doch erst durch entsprechendes Wissen und eine kompetente Umsetzung in der Praxis werden daraus konkrete Vorteile für Patient*innen. Die onkologische Pflege nimmt dabei eine zentrale Rolle ein: Sie verbindet wissenschaftlichen Fortschritt mit unmittelbarer Begleitung und Sicherheit im Behandlungsalltag.
Und schließlich widmet sich das Programm auch jenen Themen, die nicht immer leicht anzusprechen sind, aber für eine ganzheitliche Betreuung unverzichtbar bleiben. „Nichts, worüber man nicht reden sollte“ stellt beispielsweise Sexualität und Intimität in den Mittelpunkt. Ebenso greift die Sitzung zu Moral Distress und interprofessioneller Kommunikation die Belastungen auf, denen wir als Pflegepersonen in komplexen Entscheidungssituationen begegnen. Damit spannt die Frühjahrstagung einen Bogen von Innovation und Wissenschaft über interprofessionelle Zusammenarbeit bis hin zu den persönlichen und emotionalen Dimensionen unserer Arbeit. Genau darin liegt die Stärke unseres Berufs: Wir verbinden modernste Medizin mit menschlicher Nähe.
Ich freue mich auf zwei intensive Tage mit spannenden Vorträgen, offenen Diskussionen, neuen Perspektiven und vor allem auf den persönlichen Austausch mit Ihnen. Nutzen wir die Frühjahrstagung, um voneinander zu lernen, Bewährtes weiterzuentwickeln und gemeinsam neue Wege für die Zukunft der hämatologischen und onkologischen Pflege zu gestalten.
Mit freundlichen Grüßen,
Harald Titzer, BSc, MSc
AHOP-Präsident

Harald Titzer
AHOP-Präsident

